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Meine Tipps für deinen Jakobsweg

Den Jakobsweg pilgern? Das schaffe ich doch gar nicht, oder?
Doch! Mit der richtigen Motivation und Begeisterung ist das auf jeden Fall möglich.

Gibt es die perfekte Etappenlänge und Wandergeschwindigkeit? Muss ich wirklich teure Ausrüstung kaufen oder kann man darauf verzichten? Was ist zwingend notwendig dabei zu haben? Wie behalte ich meine Motivation bei? Was ist ein guter Laufrhythmus?
Im nachfolgenden habe ich meine Tipps in Worte verfasst, was ich persönlich als wirklich Wichtig empfinde und angehenden Pilger mit auf ihren eigenen Camino (spanisch für Weg) geben kann…

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Wanderausrüstung
 Wanderausrüstung 

Eines der wichtigsten Punkte ist tatsächlich die Wanderausrüstung, auch wenn diese nicht dem ultra light trekking gerecht werden müssen auf dem Jakobsweg. Teure Ausrüstung einzukaufen, um ein paar Gramm zu sparen – dass muss also nicht sein! 10% seines Körpergewichts als Gepäck ist denke ich ein guter Richtwert.

Das wichtigste sind die Schuhe und der Rucksack.

Zu den Schuhen: Ich persönlich habe mir Wanderschuhe gekauft und diese im Vorfeld eingelaufen. Auf jeden Fall ratsam, denn mit Blasen an den Füßen oder einer Sehnenentzündung ist niemandem geholfen! Jedoch kann dies aber auch mit neuen Schuhen passieren, auch wenn man diese eingelaufen hat. So erging es mir. Bereits am Tag 2 wechselte ich von den neu gekauften und vorher eingelaufenen Wanderschuhen auf meine Laufschuhe von Asics, die ich schon seit Jahren zum Joggen benutze. Zum Glück hatte ich diese dabei. Hintergrund des Schuhwechsel war, dass ich enorme Sehnenprobleme auf meinem Fußspann bekam, was aber durch die anderen Schuhe wie verflogen war. Zudem sind Wandersocken sicherlich nicht verkehrt. Meine Falke-Socken haben nie schlecht gerochen und Blasen bekam ich auch keine, was ich größtenteils ihnen verdanken kann. Für Blasen gibt es einen coolen Trick, solltet ihr welche haben, zieht mit einer Nadel einen Faden durch die Blase und lasst ihn hängen. So kann das Wasser langsam (aber schneller als normal) entweichen und die Blase muss nicht aufgestochen werden! Genauer ist es hier Beschrieben: Blasenbehandlung. Mein Fazit also: Schuhe sind wichtig, legt euch gute Schuhe zu. Habt ein Ersatzpaar dabei, wo drin ihr schon seit langer Zeit lauft, um notfalls zu wechseln.

Aber auch ein Wanderstock mit Schafspelz könnte mit?

Zu dem Rucksack: Wenn ihr als Deutscher erkannt werden wollt, dann legt euch einen Deuter Rucksack zu. Anderenfalls eine andere Marke, aber diese sind Qualitativ erste Sahne und haben höchsten Tragekomfort. Ich hatte mich für den Deuter Aircontact 65 + 10 entschieden, da er das spezielle Rückensystem hat. Ich wurde keinesfalls enttäuscht und kann es nur jedem meiner Größe (ca. 1,90 Meter) nahe legen, diesen Rucksack zu nehmen. Jedoch muss ich sagen, dass dieser Rucksack vom Volumen (65 Liter) zu groß dimensioniert ist. Soviel Platz ist einfach nicht von Nöten, hat aber den gewissen Vorteil, dass wenn man nach der Reise nochmal einen großen Rucksack benötigt, diesen schon parat hat. Als extra könnte man sich noch eine Jakobs-Muschel kaufen, die man am Rucksack befestigt – dies ist ungeschriebener Brauch auf dem Jakobsweg. 😉 Das folgende Bild zeigt meine Muschel. Zwei Pelegrinos habe ich getroffen die mir sagten: ein Stock mit Schafspelz ist ebenso wie die Muschel ein bekanntes Symbol, dies habe ich aber sonst noch nirgends gesehen oder gefunden.

Jakobsmuschel

Zum Inhalt des Rucksacks: Dieser Teil ist relativ simpel zu erklären. Kurze und lange Hosen, T-shirts, einen Pullover, eine Regenjacke, Medikamente sowie Blasenpflaster, eine Trinkflasche und das war es schon fast. Ich fand es sehr nützlich Sicherheitsnadeln dabei zu haben, um gegebenfalls meine Wäsche zu trocknen. Zudem hatte ich etwas Waschpulver dabei, was man aber auch überall bekommen würde zur Not. Obendrein stand auf meiner Packliste noch eine Schnur für diverse Befestigungen und ein mp3-player für Hörbücher.

Smartphone zuhause lassen!

Mein Smartphone ging mir kurz vor der Reise kaputt, was ich im nachhinein super fand, denn das würde ich jedem empfehlen zuhause zu lassen! Auf diesem Weg brauch man es wirlich nicht, auch nicht für Notfälle. Wer sich aber sicherer fühlt, könnte ja ein normales Mobiltelefon einpacken oder ein Smartphone der älteren Generation, was nicht verlockt es raus zu holen. Eine Kamera hingegen war für meinen Teil super wichtig. Diese sollte man nicht vergessen.

Dokumente
 Dokumente und Geld

Natürlich sollte man die ein oder anderen Ausweise und Papiere mit sich führen, um nicht Gefahr zu laufen dass etwas schief läuft. Bargeld ist wichtig, sollte man aber nie zu viel mit sich führen, denn auch auf dem christlichen Jakobsweg gibt es Menschen die des anderen Hab und Gut begehren. Deshalb ist ebenso wichtig eine Kreditkarte, bestmöglichst eine mit der man kostenlos in Spanien Geld ab heben kann, dabei zu haben.

Was also braucht man? Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Übersicht der Dokumente die man definitiv auf dem Jakobsweg dabei haben sollte.

 

Pilgerausweis Der Pilgerausweis hat zwei Funktionen. Die Wichtigere: In einigen Unterkünften sind nur Pilger zur Übernachtung zugelassen, die einen Pilgerausweis mit sich führen. Dies kommt daher, da sonst auch Nicht-pilger das Angebot der günstigen Unterkünfte nutzen würden und diese überfüllt sein würden. Die Unwichtigere: Am Ende bekommt man seine Pilgerurkunde in Santiago und der Pilgerausweis kann als Erinnerung beigelegt werden. 😉
Kreditkarte Mein Tipp: Kreditkarte der DKB. Diese ist kostenlos und fordert keine Gebühren bei weltweitem Geldabheben. Rechtzeitig beantragen ist die Devise!Auch Barclays und Amazon bieten bereits kostengünstige oder sogar bedingt kostenfrei Kreditkarten. Nach Angeboten Ausschau halten kann einige Euros sparen.
Versicherung Mein Aufenthalt erforderte keine zusätzliche Krankenversicherung. Somit reichte die gängige Krankenversicherungskarte. Je nach geplanter Aufenthaltsdauer und Versicherung solltest du eine Auslands- bzw. Reisekrankenversicherung abschließen und mitführen.
Personalausweis Für Deutsche reicht es sich in Spanien mit einem aktuell gültigen Personalausweis ausweisen zu können. Auch dort besteht Ausweispflicht.

Etwas Planung für den Jakobsweg ist also unabdinglich aber locker machbar. Natürlich ist auch ein Busticket oder Flugticket für die An- und Abreise zu buchen. Meine Pilger-Freundin, Emilja, war drauf und dran nach Hause zu Hitchhiken (zu deutsch Trempen). Zurück nach Litauen, einmal quer durch Europa. Natürlich ist auch dies möglich möchte ich aber nicht offiziell Empfehlen. Dies ist natürlich mit dem ein oder anderen Risiko verbunden, aber sicherlich eine grandiose Erfahrung für einen selber.

Anreise und der 'richtige Weg'

Die bestmögliche Anreise richtet sich  hauptsächlich an die Laufroute, die man pilgern möchte. Natürlich gibt es viele Möglichkeiten diesen Weg zu bestreiten:

Von der Haustür aus laufen. Mehrere Anläufe brauchen. Die letzten Kilometer pilgern. Wofür entscheide ich mich?

Entweder man läuft den „Haupt“-Jakobsweg, auf dam viele Pilger anzutreffen sind, oder man entscheidet sich doch für einen Küstenweg, mit definitiv weniger Pilger, um mehr die Landschaft und Stille zu genießen. Dann gibt es noch die Entscheidung den Weg in mehreren Anläufen zu bestreiten, das letzte Stück zu wandern, oder doch den Weg von der Haustür aus zu starten. Um noch eine Idee zu nennen, natürlich kann man auch von Süden nach Norden durch Spanien nach Santiago de Compostela wandern. Ich kann euch den Tipp geben: Die Leute machen den Weg aus! Eine Bekannte meiner Mutter sagt aber: Die Landschaft macht den Weg aus! – Also entscheidet selber.

Startet in Saint-Jean-Pied-de-Port!

Ich habe mich für die Variante der letzten Kilometer entschieden. Meine Überlegung war, wenn ich es schon mache, will ich auch am Ziel ankommen und nicht mitten drin aufhören. Da es eine außergeöhnliche und super tolle Erfahrung war, ist diese Entscheidung für mich super gewesen. Ob ich es nochmal genau so machen würde? Ich glaube nicht. Nächste mal würde ich von weiter Weg starten, um in Zukunft noch ein Ziel zu haben. Denn jetzt nochmal den vorherigen Weg zu gehen, kommt für mich leider nicht mehr in Frage. Meine Empfehlung also: Den Weg zu laufen ist je nach Weg-Wahl eine gute Idee, fangt aber in Saint-Jean-Pied-de-Port, wie viele Andere, an! Lauft den Weg entweder in eins oder beendet ihn in mehreren Anläufen.
Meine Laufroute seht ihr hier:

Busfahren dauert lange ist aber preiswert und unkompliziert.

Nun also zur Anreise. Meine Empfehlung bezieht sich hauptsächlich auf Low-Budget-Reisende die in Léon starten wollen! Die Anreise mit Bus ist super. Eurobus hat ein super Preis-Leistung-Verhältnis und kann ich deshalb empfehlen. Die Anreise dauert etliche Stunden, die Busfahrer sprechen kein Wort englisch (geschweige denn deutsch) und obendrein steigt man einmal unplanmäßig um, was einen verwirrt – aber man kommt günstig an, mit gut klimatisierten und gepolsterten Bussen! Will man in der Nähe oder in größeren Städten selber starten empfiehlt sich sicherlich auf die Anreise per Flugzeug. 😉

Pilgeralltag und Unterkünfte

Text

Sonstiges

Saison

Hape Kerkeling

Siehe auch folgenden Blogeintrag:

Jakobsweg

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  1. Pingback: Jakobsweg | Dennis Schwarte

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